BLOG 20-04-2020

“Das bedeutet die Corona-Krise für uns” – Von Gründern für Gründer

Die aktuelle Corona-Krise stellt viele Start-ups vor große Herausforderungen. Wie verändert die aktuelle Krise den Arbeitsalltag, welchen Schwierigkeiten müssen sich Start-ups momentan stellen und welche Learnings ergeben sich aus der aktuellen Krisensituation? Wir sprechen mit den Start-ups aus dem Ruhrgebiet und geben Euch einen Einblick in die aktuelle Situation.

Matteo von AWARE 7 erzählt uns:

Wir haben alle unsere Mitarbeiter*innen ins Home Office entlassen. Wir kommen jeden Morgen “digital” ins Büro, in einen zentralen Audiochat in dem jede*r direkt ansprechbar ist. Von dort können die Mitarbeiter*innen dann in separate Meetingräume in Kleingruppen gehen. In diesen Gruppen organisieren wir aktuell auch die Aufnahme und Produktion von Online-Schulungen und Kursen.

Wir haben unterschiedliche Werkzeuge verwendet, die Bund und Länder aktuell zur Verfügung stellen. Da wir das Unternehmen von Grund auf digital geplant haben und sowieso einen Mitarbeiter in Berlin sitzen haben, existieren digitalisierte Kommunikation und Prozesse bei uns schon lange, operativ ist es also kaum ein Unterschied.

Wir sind aktuell dabei unsere Seed/Series A Runde zu schließen, da bleibt es spannend, wie Investoren und Kapitalgeber nun reagieren. Darüber hinaus digitalisieren wir aktuell unsere Schulungs- und Vortragsformate und gehen damit im Mai im großen Stil auf den Markt.

Thorsten von FakeScouts erzählt uns:
Ich bin seit fast 20 Jahren als Freelancer selbstständig. Als ich diese Woche eine „Corona-Hilfsaktion“ beantragen wollte, entgegnete man mir, dass ich ohne UG oder GmbH nicht dafür geeignet bin. Ich schiebe solches Gedankengut darauf, dass der Einzelunternehmer mit Selbstständigen-Status als Rechtsform in Deutschland nicht den gleichen Stellenwert genießen, wie
eine 1 Euro UG. Und das obwohl ich im Gegensatz zur UG als Freelancer mit meinem Privatvermögen voll haftbar bin. Insbesondere in Deutschland sieht man sich leider oft dazu gezwungen eine UG oder GmbH zu gründen, wenn man Bankkredite oder VC Geld aufnehmen will.

Eine Entwicklung hat mich allerdings aus der Bahn geworfen: Unser vereinbarter Business Angel Deal über 250k ist geplatzt, weil der Investor nun selbst Sorge um sein Business hat. So schade das ist, störte mich besonders die Aussage, dass wohl niemand mehr in den nächsten 3 Jahren auf Angel Gelder hoffen braucht.

Stefan von izinto erzählt uns:
Wir versuchen die Situation so positiv es geht für uns zu gestalten. Das heißt, weiter unsere Projekte und Ziele zu verfolgen. Wir sind sind gerade in der Vorserie für unser Produkt izi-io. Das bedeutet einen zuverlässigen Dienstleister für Elektronikproduktion zu finden.

Da wir Hardware herstellen sind wir auf Vorlieferanten angewiesen, die jetzt langsam wieder die Produktion hochfahren. Wir hoffen im Mai 2020 die ersten izi-io-Geräte an unsere Kunden liefern zu können.

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DANKE an alle Start-ups, die hier zu ihrer aktuellen Lage berichten. Weitere Statements von unseren Ruhrgebiet Start-ups folgen in den kommenden Tagen. Wir hoffen, dass ihr die Krise gut übersteht und wünschen Euch nur das Beste für die nächste Zeit. Bleibt gesund!

Euer #teamruhr